LIBERTY BIRD Reisebericht Baikalsee 27.5. – 8.6.2013

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Montag, 27. Mai 2013
Nach der erfolgreichen Reise 2012 wagte dieses Jahr erneut eine Gruppe Abenteurer, den
Weg nach Sibirien unter die Füsse, Räder und Flügel zu nehmen. So trafen wir uns an
diesem Montagmorgen beim Flughafen Zürich. Einige waren bereits von weit her nach
Zürich gereist, aber die Motivation, der Kälte dieses Frühjahrs zu entkommen, war gross.
Nach der Besammlung bestiegen wir das Flugzeug nach Moskau, das wir dreieinhalb
Stunden später erreichten - und schon begann das Abenteuer: Rainers Gepäck schien
unauffindbar, und der Weiterflug rückte immer näher. Nach längerer Suche entschlossen
sich wenig Englisch sprechende Angestellte, einer Vermisstmeldung auf gefühlten zwanzig
Formularen auszustellen, derweilen der Rest der Gruppe eincheckte. Kaum waren wir mit
dem Ausfüllen der Formulare durch, erschien wie durch Wunderhand Rainers Gepäck, und
die Papiere konnten zerrissen werden. Ziemlich erleichtert folgten wir den Anderen. Nach
einem weiteren kleinen Aufreger bezüglich Ronalds Boarding Card entspannten wir uns vor
dem Weiterflug, der uns pünktlich in den Moskauer Abendhimmel brachte. Während wir nach
Osten düsten, zeigte sich im Norden am Horizont bereits wieder das Morgenrot.

Dienstag, 28. Mai 2013
Der nächste Tag startete etwas ungewöhnlich: Um vier Uhr morgens Irkutsker Zeit liess es
sich die Siberian Airline nicht nehmen, uns mit einem deftigen Abendessen zu beglücken.
Bereits drei Stunden später flogen wir in der Morgendämmerung
über die endlosen Weiten Sibiriens. Der Pilot meldet -1°C und Nebel
in Irkutsk, was schwer zu glauben war, herrschte doch strahlend
schönes Wetter. Bald zeigte sich im Tal der Angara ein schmales
Nebelband, das sich aber aufzulösen schien. Tatsächlich verzog sich
der Nebel noch während wir uns nach unserer Ankunft im Hotel an
einem zweiten Frühstück labten. An der Reception erfuhren wir, dass
es bis Ende Monat kein Heisswasser gebe. Dass es entgegen der
Aussagen nicht in der ganzen Stadt an Warmwasser mangelte,
wurde aber bald klar. Wir wandten uns den Vögeln zu. Bereits in
nächster Umgebung tummelte sich die eindrucksvolle sibirische
Avifauna. Vor dem Hotel riefen Zwergammern und
Wanderlaubsänger, in den Höhen jagten Pazifiksegler. Unser Chauffeur Oleg brachte uns
anschliessend unter kundiger Leitung unseres
Guides Viktor in ein Gebiet unweit von Irkutsk, wo wir
noch vor dem Aussteigen Braunwürger sehen und
fotografieren konnten. Anschliessend ging es Schlag
auf Schlag. Schwarzkehlchen, Zitronenstelze,
Blaukehlchen, Zwergammer, Dunkellaubsänger und
schliesslich auch das Highlight: Eine
Rostflügeldrossel, die sich kurz auf der Spitze eines
Baumes zeigte. Hier sangen Spornpieper, und ein
Rundgang um einen Teich ergab Maskenammer, ein
Rubinkehlchen und Meisengimpel. Am Teich selbst tummelten sich Limikolen, darunter
Teichwasserläufer und Kiebitze. Auf dem weiteren Rundgang sahen wir einen singenden
Baumpieper und eine weibliche Kornweihe. Das Mittagessen
nahmen wir vor Ort ein. Dazu hatte Oleg einen Tisch und Stühle
mitgebracht. Auf der Weiterfahrt zeigte sich (unerwartet früh!)
Rauch im Bus. Wir stoppten in Irkutsk, damit Oleg seinen Bus
flicken konnte. Viktor improvisierte, und bald quetschten wir uns in
seinen UAZ, der keine Sitze, dafür eine Menge Gerümpel führte. So
gelangten wir nach Novo Leninsky, ein Feuchtgebiet unweit von
Irkutsk. An einem ersten Standort entdeckten wir neben
Zitronenstelzen, Schwarzkehlchen und Spornpiepern auch
Flussseeschwalben der Unterart longipennis, Rohrammern und
zahlreiche Enten, darunter Knäk- und Löffelente. Über unseren

   
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