Bericht zur Sommerschule “Botanisch-ornithologisches Feldpraktikum (von Dorothea Faβlrinner)

Bericht zur Sommerschule “Botanisch-ornithologisches Feldpraktikum 2012 von Dorothea Faβlrinner 22.08. – 07.09.2012

 

Ich hatte Glück, zum zweiten Mal an einer Sommerschule in Russland teilnehmen zu dürfen und bin sehr erfüllt von den vielen Eindrücken, die hier sammeln konnte. Noch plätschern die Wellen des Baikals leicht neben mir: des Sees mit den vielen Gesichtern, der im Mittelpunkt unserer Exkursionen stand. An zwei verschiedenen Standorten am Ufer des Baikals, Sarma und Bolschoje Goloustnoje hatten wir unser Feldlager aufgeschlagen und konnten von dort aus die botanischen und ornithologischen Besonderheiten der Region kennenlernen. Von unseren Organisatoren Victor Olegovitch und Dascha wurden wir sehr fürsorglich betreut – ein groβes gelbes Zelt war Ort der Vorlesungen, des Suppe-Essens und der Schutz vor dem zum Glück seltenen Regen und Wind. Das Besondere an der Exkursion war für mich, die Natur/Region mit den russischen Experten kennenzulernen und viel von ihnen zu erfahren. Sie haben uns an ausgesucht schöne Orte geführt. Dabei stiegen wir unter anderem auf zwei Berge und konnten dort einige Greifvögel beobachten und den Blick über den Baikal genieβen. Auch zum Beispiel beim Streifen durch die (Auen)buschlandschaft in Sarma konnten wir heimische Vögel beobachten, ihre lateinischen Namen und ihre Besonderheiten kennenlernen. Dabei veränderte sich für mich die Wahrnehmung meiner Umwelt – da ich meinen Blick für die Vögel und die Pflanzen schärfte und begann, vieles wiederzuerkennen oder neu zu betrachten. Die Atmosphäre in der Gruppe war sehr angenehm während der Exkursionen und wurde unterstützt von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Organisatoren. Von Oxana P. lernten vieles über die verschiedenen Landschaftstypen wie Taiga, Wiese, Steppe, Wald sehr interessant, da sie grundlegende Zusammenhänge in der Natur wiedergeben. Auch wurden wir immer über die regionalen geographischen Besonderheiten informiert – mein Bild über Regionen am Baikalsee, seine Entstehung und die geologischen Prozesse sind mir vor Ort sehr deutlich geworden. Die Vielfalt an Landschaftstypen, die wir gesehen haben, war beeindruckend. Kulturell und sprachlich konnte ich auch vieles von dieser Sommerschule mitnehmen. Durch fast täglichen Russischunterricht, der gespickt war mit russischen Volkslieder, verbesserte ich mein russisches Vokabular und Grammatik. Die Lieder erklangen dann am täglichen Lagerfeuer, um das wir uns am Abend versammelten. Die zehnköpfige Gruppe war in ihrer Zusammenstellung sehr vielfältig – 2 Geologen, 1 Geograf, 2 Umweltwissenschaftler, 1 Umweltschutzwissenschaftler, 3 Slawisten, 1 Biologe und 1 Medizinerin. Dadurch konnte man von jedem etwas interdisziplinär lernen. Die russischen Studenten studieren an der Irkutsker Akademie für Jagdkunde, Umweltschutz und Tourismus. Durch gewisse Sprachprobleme ergab sich eine Auftrennung der Gruppen in russisch und deutsch, die jedoch durch das gemeinsame Frisbee- und Volleyballspielen, das Singen am Lagerfeuer und die Exkursionen aufgelockert wurde. Insgesamt möchte ich mich sehr bei den Organisatoren der wunderbaren Exkursion bedanken – ich habe sehr viele neue schöne Eindrücke gewonnen und grundlegende Erkenntnisse in der Botanik und der Ornithologie erworben. Der Baikalsee war ein ausgesucht schöner Ort für die Exkursion und wird in mir prägende Spuren hinterlassen.

  • Автор: Dorothea Faβlrinner
   
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