Botanisch-ornithologisches Feldpraktikum am Baikalsee/Sibirien

botanПолевая ботанико-орнитологическая практика с участием российских и германских студентов пройдет летом 2017 года на базе Институ управления природными ресурсами (факультет охотоведения)

Während des Feldpraktikums werden wir diese Vielfalt an Flora und Fauna erkunden. Gemeinsam mit Studenten und Wissenschaftlern der Landwirtschaftlichen Akademie Irkutsk werden wir verschiedene ökologische Arbeiten durchführen. Dazu werden gehören sammeln und bestimmen von Pflanzenarten der unterschiedlichen Vegetationstypen. Beobachtung, Zählung und Kartierung von Vogelarten. Beobachtung von Säugetierarten und durchführen von Verhaltensbeobachtungen (z.B. am Ziesel). In Vorträgen der Wissenschaftler und Studenten werden die ökologischen Gegebenheiten der Region dargestellt.

 Da das Gebiet außerhalb des direkten Uferbereiches des Baikal größtenteils vom Menschen unbesiedelt ist, werden wir viel zu Fuß durch wildes Gelände gehen müssen.

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Im November 2015 absolvierte ich ein 11-tägiges Jagdfeldpraktikum im Großraum Irkutsk, nahe des Baikalsees in Sibirien, Russland. Hierbei wurden faunistische und botanische Inhalte behandelt, wobei der Jagd hierbei die größte Bedeutung zukam.

Am frühen Morgen des 09.11 kam ich in Irkutsk an und wurde von Hrn. Prof. Viktor Salovarov abgeholt und sogleich bei meinen Reisevorbereitungen für die Zeit nach der Winterschule unterstützt. Hiernach gelangte ich per Taxi zur etwa 60 km nördlichen Forsthütte namens „Bulumtschuk“.

Es handelte sich hierbei um ein Forsthaus an einem Waldrand, das nur nach einer Fahrt über einen holprigen Waldweg zu erreichen war. Die Unterkunft war also abseits von befahrenen Verkehrswegen gelegen und war weder mit Kanalisation ausgestattet noch gab es eine Funknetzabdeckung. Dies unterstützte jedoch nur die romantische Stimmung im Jagdlager, indem Wasserholen vom Fluss, Holzspalten oder kilometerweite Märsche zum nächsten Ort, Bolschowje Magistrale, eine Atmosphäre der Abgeschiedenheit und Zusammengehörigkeit bewirkten.
Ein früher Wintereinbruch im Irkutsker Oblast mit ungewöhnlich niedrigen Temperaturen bis zu – 32,5°C stellte für uns deutsche Studenten eine ungewöhnliche Herausforderung dar. Jeder Gang ins Freie musste schnell erfolgen, andernfalls war dicke Bekleidung ein Muss. Doch auch trotz dieser Vorkehrungen hatte ein Student nach einer morgendlichen Pirsch an Kältebläschen und einer Schwellung des Außenohrs zu leiden, einer Vorform einer Erfrierung also. Auch die Tatsache, dass alle außerhalb der Hütte befindlichen Gegenstände innerhalb von Minuten steif gefroren waren, war ungewohnt. Das Waschen von Wäsche im Fluss war nicht möglich, ohne dass die Wäsche auf dem Rückweg bereits gefror. Man musste sich hüten Metallgegenstände mit nassen Händen anzufassen, da sonst auch diese an Metall, z. B. einem Blech-Eimer, festfroren.
Die Kälte wurde im Zuge einer ausgiebigen Schneeballschlacht und dem erfrischenden Abkühlen nach schweißtreibenden Banjaaufenthalten aber auch zum eigenen Vorteil genutzt. Eine Banja fand sich in beiden Jagdlagern, in denen ich mich aufhielt und erfreute sich stets größter Beliebtheit, allerdings bedurfte es einer langen Vorbereitung, indem viel Holz gespalten und Wasser vom Fluss herangebracht werden musste.
Der Tagesablauf wurde durch die Jagd oder alltägliche Arbeiten im Lager geprägt. Wenn eine Pirschjagd anstand, begann der Tag früh: Sobald das Thermometer auf über – 30°C „stieg“ ging es in 3er oder 2er Gruppen los in die umliegenden Wälder, wobei Rehe und Eichhörnchen erlegt wurden. Wenn keine Pirsch oder Treibjagd angesetzt war, ging es zum Stellen und Kontrollieren von Fallen. Dies erfolgt entweder mit einem Geländewagen oder zu Fuß, was durch den etwa 30-40 cm hohen Schnee nicht wenig anstrengend war, aber auch wundervolle Einblicke in den sibirischen Winterwald gewährte. Hierbei wurden auch typische sibirische Gewächse untersucht und deren Nutzungsmöglichkeiten erläutert.
Die Fallenjagd erscheint manch deutschem Studenten, derhiermit nicht vertraut ist, überraschend „brutal“, so schlagen sie häufig nur die Tatzen der Tiere ab, ohne diese zu töten, da das Fell nicht beschädigt werden soll. Die Pelzjagd ist im Gegensatz zur Jagd auf Rotwild ein einträgliches Geschäft, so bringt das Fell eines Zobels etwa 150 € ein, in den Pelzgeschäften Moskaus und St. Petersburgs wird es dann wiederum für ein Vielfaches veräußert. Zobel werden am ehesten durch Fallen erlegt, da sie sehr scheu sind, selbiges galt für einen erlegten Fuchs und einen sibirischen Iltis. Auch deren Felle sind bei Pelzhändlern gefragt. Die Jagd auf Eichhörnchen dient eher der Ausbildung von Studenten und Jagdhunden und stellt kein erträgliches Geschäft dar.
Wenn keine Jagd anstand, blieb man in der Blockhütte, bereitete die Ausrüstung nach, erledigte Hausarbeiten wie Kochen, Holzhacken und Wasserholen oder spielte Karten und ruhte sich aus.
Kritisch bleibt von meiner Seite am Jagdpraktikum anzumerken, dass es einige Tage gab, an denen wenig oder gar nichts zu tun war, was bei den deutschen Studenten zu Ernüchterung führte. Hier bleibt aber natürlich zu erwähnen, dass wir nur als Gäste zugegen waren und das Praktikum sich nicht nach unseren Bedürfnissen zu richten hatte. Die Tatsache, dass der Dozent und dessen Jagdfreunde selbstständig zur Jagd gingen, ohne die Studenten miteinzubinden, weder die russischen noch die deutschen, ist meiner Einschätzung nach etwas unfair, vor allem den russischen Studenten gegenüber, die in dieser Zeit unfreiwillig untätig im Jagdlager gebunden sind.
Besonders positiv bleibt der Wechsel in eine andere Jagdhütte in Erinnerung. Hier handelt es sich um ein vergleichsweise gut ausgestattetes Jagdlager (es gab Strom und eine gut ausgebaute Banja sowie eine Kochgelegenheit in jeder Hütte) inmitten eines reichen Jagdgebietes. Freundlicherweise holte uns Herr Prof. Viktor Sovlarovin Bulumtschukab, verbrachte einen Tag mit uns im besagten Jagdlager und zeigte uns überdies das Baikalufer in Bolschowje Galoustnoje, was besonders für einen Studenten der jenen noch nicht zuvor erblickt hatte, eindrucksvoll war.
Überdies bleiben spektakuläre Naturspaziergänge, ausgiebige „Durag“-Kartenspielrunden mit viel Musik und Gelächter, leckeres Essen mit der ungewohnten russischen Fleischeinlage „MbIWKa“ oder ein großes Abschlussschießen mit verschiedenen Waffen am letzten Tag des Praktikums in Erinnerung.
Ich bedanke mich herzlich bei Viktor Salovarov und der Landwirtschaftlichen Akademie Irkutsk, dass mir und den weiteren zwei Deutschen ein Besuch der Winterschule möglich gemacht wurde und kann eine Teilnahme an ebenjener empfehlen.

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